Freundliche und unfreundliche Hörtexte

Freundliche und unfreundliche Hörtexte

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Kriterien der Freundlichkeit von Hörtexten und Textanalyse
    • Kontext
    • Textanfang
    • Länge
    • Vortragsweise
    • Lexik
    • Grammatik
    • Syntax
  1. Hörtext
  2. Begründung des Umarbeitungsverfahrens
  3. Zusammenfassung
  4. Literaturverzeichnis

Anhang

 

  1. Einleitung

Im Fremdsprachenunterricht arbeitet man oft mit Texten, die sich in zwei Kategorien unterscheiden: Hörtexte und Lesetexte. Während man Lesetexte optisch wahrnimmt, werden Hörtexte durch akustische Merkmale aufgenommen und der Hörer muss sich an ihre Geschwindigkeit anpassen. Aus diesem Grund haben Lerner meistens Angst vor einem Hörtext. Je nach Lernsituation im Fremdsprachenunterricht aber, kann man aus einer Vielfalt von Hörtexten die entsprechenden Hörtexte im Fremdsprachenunterricht einsetzen.

In dieser zweiten Hausarbeit werden die Kriterien der Freundlichkeit und Unfreundlichkeit von Hörtexten analysiert, mit deren Hilfe die Kommunikabilität und die sprachliche Schwierigkeit eines Hörtextes bestimmt werden kann. Weiterhin folgt die Umwandlung eines unfreundlichen Textes in einen freundlichen Hörtext, der für einen jugendlichen Mittelstufenkurs, der vor der Prüfung steht, geeignet sein soll. Schließlich wird dieses Umarbeitungsverfahren begründet.

 

  1. Kriterien der Freundlichkeit von Hörtexten und Textanalyse

Diese Hausarbeit befasst sich mit Hörtexten und man muss sich zuerst Gedanken darüber machen, was ein guter und was ein schlechter oder wie Theisen (2000:11) beschreibt, was ein freundlicher und was ein unfreundlicher Text ist.

Man hört jeden Tag sehr viele Hörtexte, ob zu Hause, bei der Arbeit, oder beim Einkaufen. Nicht alle Hörtexte kann man aber verstehen und dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Nach Theisen (2000:14f)  spielt die Länge eines Hörtextes in Zusammenhang einerseits mit dem Inhalt und der Vortragsweise und andererseits mit dem Interesse und der Aufmerksamkeit eine entscheidende Rolle, die aber schwer zu beurteilen ist. Sollte ein Text lang oder kurz sein? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Man hört einem Text zu, wenn man seinen Inhalt für interessant hält oder wenn die Vortragsweise des Hörtextes die Aufmerksamkeit eines Hörers erregt. Mit anderen Worten ausgedrückt: ein Hörtext soll seine Hörer ermutigen, und ihr Interesse wecken, indem er etwas Anregendes, Informatives oder Unterhaltsames zu vermitteln hat und indem er klar, deutlich und ohne Unterbrechungen zusammengefasst ist. Zu den Unterbrechungen gehören Nebengeräusche wie z.B. Autolärm, Telefonläuten, Geschrei von Kindern, die den Kanal zwischen Sprecher und Hörer stören aber nicht diejenigen Nebengeräusche, die das Verstehen leichter machen können wie z.B. Durchsagen im Bahnhof oder im Supermarkt.

Was den Fremdsprachenunterricht betrifft, charakterisiert man freundliche Texte, solche, die man als Anschauungs- und Übungsmaterial verwenden kann (Theisen 2000:12). Diese sollten sich aber dem Niveau der Lerner anpassen. Nicht nur die Grammatik und die Syntax, sondern auch der Wortschatz von solchen im Unterricht eingesetzten Texten sollte dem Lerner zum größten Teil bekannt sein. Hinzu kommt natürlich, dass auch eine verständliche Aussprache benutzt wird. Wenn aber ein Lehrer nur solche Texte im Unterricht einsetzt, zeigt er den Kursteilnehmern nicht das Geringste von der Wirklichkeit. Denn man begegnet in der realen Welt nicht nur solchen sehr schönen freundlichen Texten. Aufgabe des Unterrichts in diesem Fall ist, das Hörverstehen so zu üben, dass auch wenn die Lerner ab und zu ein unbekanntes Wort, oder ein unbekanntes grammatisches Phänomen entdecken, nicht zurückschrecken.

Nach Ansicht von Theisen (2000: 14-28) lässt sich die Freundlichkeit bzw Unfreundlichkeit eines Hörtextes von den folgenden Kriterien bestimmen: Kontext, Textanfang, Länge, Vortragsweise, Lexik, Grammatik und Syntax.

 

  • Kontext

Das erste Kriterium für die Freundlichkeit von Hörtexten ist der Kontext eines Hörtextes. Viele Hörtexte werden von einem Bild begleitet, das für die Erschließung des Kontextes eine große Hilfe ist. Man hat schon eine Ahnung, worum es geht, aber genau hier taucht der Nachteil auf, dass ein konkretes Bild die Phantasie begrenzen kann. Man kann sich eine Situation oder eine Person ganz anders vorstellen, als sie in der Realität aussieht und diese fantasievolle Vorstellung ist ein Teil des Hörverstehens. Im Falle, dass dem Hörer kein Bild zur Verfügung steht, können Neben- und Begleitgeräusche hilfreich werden. Wenn man eine Durchsage erstens über eine Verspätung und zweitens über Sonderpreise hört, kann man sich leicht vorstellen, dass die erste Situation am Bahnhof und die zweite im Supermarkt stattfindet. „Wenn wir den visuellen Kontext vernachlässigen und dennoch verstehen, was gesagt und wie es gemeint ist, so haben wir gegenüber der Wirklichkeit einen gewissen Vorsprung gewonnen” (Theisen 2000:16). Zu diesem Punkt vertreten die Autoren Huneke und Steinig (2000:106) die Meinung, dass es nicht leicht ist, die akustischen Signale zu entdecken und dass der Hörer die Intonationssignale und die Betonung im Zusammenhang interpretieren soll.

Der Lehrende sollte natürlich den Lernern den Kontext bekannt machen, damit sie Hypothesen bilden und etwas Bestimmtes erwarten. Denn Theisen (2000:16) geht davon aus, dass der Kontext nicht nur von dem Erwartungshorizont sondern auch vom Wissen der Lernenden beeinflusst wird. Nach Storch (2001:141) ist die Aktivierung des Kontextwissens beim Hörverstehen von großer Bedeutung, denn „das Kontextwissen macht bestimmte sprachliche Handlungen und Inhalte wahrscheinlicher als andere, es ist gleichermaßen Voraussetzung und Hilfe für das Verstehen”. Dazu stellt Dahlhaus (2001:9) fest, dass sowohl die außersprachlichen Elemente wie Geräusche und Musik, als auch das Vorwissen wie z.B das Weltwissen und die landeskundlichen Kenntnisse und ferner eine bestimmte Hörerwartung für das Hörverstehen genauso wichtig wie Sprachkenntnisse sind. Diese Hilfe kann entstehen, indem die Lernenden aufgrund ihres Vorwissens, Informationen über den Text sammeln.

Was den originellen Hörtext[1] angeht, ist festzustellen, dass die Lerner keine besondere Hilfe vom Kontext des Textes bekommen können. Der Hörtext wird weder von einem Bild noch von Begleitgeräuschen unterstützt, da es sich um einen Bericht an einem Schultag in Deutschland handelt. Der Bericht beschreibt ein Ereignis, dass in Erfurt, im Bundesland Thüringen stattfindet. Diese Stadt und dieses Bundesland sind den griechischen Jugendlichen nicht bekannt und daraus lässt sich schließen, dass ihnen kein landeskundliches Wissen zur Verfügung steht. Was die Lerner jedoch verstehen können ist, dass ein 19jähriger 16 Menschen erschossen hat.

 

  • Textanfang

Vom Textanfang hängt vieles ab, und deswegen hat auch er eine besondere Rolle beim Hörverstehen. Der Anfang eines Hörtextes soll folgende Eigenschaften haben: zunächst soll er einfach und verständlich sein, damit die Schüler keine Angst vor dem Gehörten bekommen und im Weiteren soll er Spannung erregen, damit die Lernenden das Interesse am Zuhören nicht verlieren. Natürlich soll ein Textanfang deutlich machen, worum es im Hörtext geht und soll „den Hörer ernst nehmen” (Theisen 2000:17). Hörtexte können mit einem Titel und einem Untertitel beginnen. Dahlhaus erwähnt (2001:17), dass Überschriften die Hörerwartung steigern und dass die Fragen zur Überschrift den Hörprozess steuern, so dass sich die Schüler auf wichtige Informationen konzentrieren können.

Was unseren Text betrifft, beginnt er mit dem folgenden Titel: „Erster Schultag nach dem Amoklauf von Erfurt“. Der Titel gibt meiner Ansicht nach drei wichtige Informationen: den Ort des Geschehens (Schule), die geographische Lage des Ortes (Deutschland) und ein schlechtes Geschehen (Amoklauf). Mit diesen Informationen schafft er eine Neugier, die zum Weiterhören veranläßt. Mehrere Informationen darüber bekommt der Hörer vom nächsten dreizeiligen Absatz, der das negative Geschehen beschreibt: Ein 19jähriger hat 16 Menschen umgebracht. Auch der erste Paragraph klingt interessant, weil man nun ins Detail gehen möchte.

 

  • Länge

Was die Länge eines Hörtextes betrifft, sollten nach Theisen (2000:104) folgende Elemente beinhaltet werden: Spannung, Interesse wecken und einen persönlichen Bezug der Hörer zum Thema. Zu lang sollten Hörtexte nicht sein, denn das Kurzzeitgedächtnis eines Menschen, in dem die Informationen gespeichert werden, hat eine begrenzte Kapazität. Huneke und Steinig (2000:106) betonen, dass der Mensch nur etwa 7 +/- 2 Informationseinheiten speichern kann. Im Gegensatz dazu erwähnt Dahlhaus (2001:116), dass man die Speicherfähigkeit des Gedächtnisses trainieren kann. Das kann man dadurch erreichen, indem man den Schülern beibringt, sich auf wichtige Aspekte zu konzentrieren. Wenn ein Hörer die verschiedenen Informationen aufnimmt, muss er sie dann dekodieren. Dabei spielen nach Storch (2001:140) seine Kenntnisse und bei einem Fremdsprachenunterricht seine Sprachkenntnisse eine große Rolle. Je beschränktere Fremdsprachenkenntnisse man hat, desto weniger Informationen kann man dekodieren. Wenn ein Text zu lang ist, kann er gekürzt werden. Es gibt nach Theisen (2000:104) viele Möglichkeiten, aber am meisten bevorzugt man entweder die Zusammenfassung oder das Abschneiden. Voraussetzungen dafür sind, dass man sich nach dem Hörer richten muss. Man darf einen Text zusammenfassen oder abschneiden muss aber diejenigen Information beibehalten, die der Hörer für interessant und wichtig hält.

Der originelle Text ist meines Erachtens nach zu lang und außerdem unübersichtlich. Er beschäftigt sich mit dem Täter des Amoklaufs, dessen Beweggründen und den Ursachen, die dazu führen können. Darüber hinaus informiert er darüber, wie der Schultag nach dem Amoklauf war und was für eine Meinung die Mitschüler haben. All diese Informationen sind zwar wichtig, aber manche wie z.B. die Meinungen der Mitschüler könnten zusammengefasst werden. Die Gliederung des Textes ist unzusammenhängend, so dass der Hörer sich sehr schwer auf seinen Inhalt konzentrieren kann.

 

  • Vortragsweise

Das vierte Kriterium ist die Vortragsweise. Ein Hörtext muss richtig gelesen werden d.h, dass man besonderen Wert auf den richtigen Ton legen sollte, der zu einer Textgattung passt. Jede Textgattung hat eine besondere Betonung. Die Dialogbetonung zum Beispiel hängt von der Absicht, der aktuellen Stimmung, der Beziehung zwischen den Dialogpartnern, der Art und Weise, wie der jeweilige Hörer beeinflusst werden soll und von vielem anderen mehr ab. (Theisen 2000:19). Man kann ein einziges Wort sagen wie z.B. «Hallo» und es sachlich, gelangweilt oder begeistert äußern. Je nachdem interpretiert auch der Hörer das Gehörte. Theisen (2000:106) ist der Auffassung, dass eine Votragsweise vielfältige Bedeutungen, Beschleunigungen, Verzögerungen und Pausen beinhalten sollte. Dieses Kriterium ist eng mit dem Zeitfaktor verbunden und ob er langsam oder schnell gesprochen wird. Die Autoren Huneke und Steinig (2000: 106) betonen, dass der Hörer das Tempo des Hörtextes nicht bestimmt und das dies sehr schnell zu Stress führen kann. Dahlhaus (2001: 85) erwähnt, dass langsam und sehr klar gesprochene Hörtexte in der Grundstufe eingesetzt werden können und im Verlauf dann das Tempo bis zu einer normalen Geschwindigkeit gesteigert werden kann.

Bemerkungen über die Vortragsweise des Textes kann man leider nicht machen, denn der Text wurde in schriftlicher Form gegeben.

 

  • Lexik

Wie schon bemerkt worden ist, sollte der Hörtext den Kenntnissen des Hörers entsprechen. Das betrifft auch dieses Kriterium. Ein Hörtext, der im Unterricht eingesetzt wird, soll dem Niveau der Kursteilnehmer entsprechen. Der Wortschatz des Hörtextes sollte ihnen einigermaßen bekannt sein. Einigermaßen bedeutet, dass das Vokabular nicht all zu leicht sein sollte, denn die Lernenden werden sich langweilen, sollte aber auch nicht zu schwer, weil sie dann entmutigt werden. Ein Hörtext soll nicht nur Vertrautes und Bekanntes vermitteln (Theisen 2000:28), sondern den Hörern etwas mehr zum Üben bieten. Es soll hier auch berücksichtigt werden, dass das Hörverstehen in einer bestimmten Zeit abgespielt wird und aus diesem Grund gehen nicht verstandene Wörter endgültig verloren (Storch 2001:140). Wichtige unbekannte Wörter können vor dem Hörverstehen erklärt werden, damit sie nicht zu Schwierigkeiten führen.

Wenn man bedenkt, dass unser Text in einem jugendlichen Mittelstufenkurs eingesetzt werden soll, kann man behaupten, dass sein Wortschatz den Lernenden Schwierigkeiten bereitet, da er viele unbekannte zusammengesetzte Wörter hat[2]. Diese Wörter können auch nicht anhand des Kontextes von den Lernenden erschlossen werden, da sein Niveau der Oberstufe entspricht.

2.6. Grammatik

Die Grammatik einer Sprache umfasst sowohl viele Regeln als auch viele Ausnahmen. Wenn man einen Text verfasst, muss man sehr vorsichtig damit vorgehen. Bei der mündlichen Kommunikation sieht die Situation ganz anders aus. Man ist nicht gezwungen, alle Regeln und Ausnahmen zu folgen. Nach Theisen (2000:22) existiert eine schriftliche und eine mündliche Grammatik. Was man in der schriftlichen Grammatik als Fehler bezeichnet, ist in der mündlichen Grammatik noch lange keiner. Wenn man einen Text hört, der sich an alle Regeln der Grammatik hält, dann könnte diesem Text die Spontanität fehlen und man würde vermutlich den Text als unfreundlich charakterisieren.

Was den origenellen Text angeht, hat er keine komplexen grammatikalischen Phänomene, die den Lernenden nicht bekannt sind. Der Text ist hauptsächlich in Präsens verfasst und deshalb dürfte er für die Jugendlichen nicht besonders schwierig sein. Meiner Meinung nach kann der Hörtext seine grammatische Form beibehalten.

 

  • Syntax

Damit ein Hörtext den Lernern keine Probleme bereitet, sollte seine Struktur möglichst einfach und konkret sein (Theisen 2000:39). Dabei spielt auch die Syntax eine entscheidende Rolle. Hörtexte, die einen schwierigen Satzbau haben, sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Theisen (2000:24)  geht davon aus, dass solche Hörtexte ausgewählt werden sollen, die keine langen aber auch keine kurzen Sätze haben. Große Hilfe zum Hörverstehen bieten nach Ansicht von Storch (2001:146) auch die Konnektoren an, weil sie semantische Zusammenhänge zwischen Textteilen herstellen. Was die Syntax betrifft, beschreibt Theisen die syntaktische Analyse als „einstufigen, zweistufigen…. mehrstufigen Satz”. (Theisen 2000:38). Einstufige Sätze sind Hauptsätze mit einem Verb und einem Subjekt. Zweistufige Sätze sind meistens ein Hauptsatz, der mit einem Nebensatz verbunden ist.

In unserem Fall hat der Text im Allgemeinen lange Sätze[3], aber von einem schwierigen Satzbau kann nicht die Rede sein. Der Text beinhaltet auch keine besonderen Nebensätze und es fehlen bei ihm auch Konnektoren. An einigen Stellen könnte die Syntax verbessert werden.

 

  1. Hörtext

Erster Schultag nach dem Amoklauf von Erfurt

Deutschland ist bestürzt und fassungslos. Ein 19-Jähriger, Robert S., hat am 26. April 2002 in Erfurt, im Bundesland Thüringen, bei einem Amoklauf in einem Gymnasium 16 Menschen und dann sich selbst erschossen.

Der ehemalige Schüler Gutenberg-Gymnasiums war vor einiger Zeit von der Schule verwiesen worden, weil er wiederholt gefälschte Atteste (ärztliche Bescheinigungen) vorgelegt hatte. In Thüringen gilt eine besondere Regelung. Schüler bekommen keinen offiziellen Schulabschluss, wenn sie vom Gymnasium verwiesen werden.

In den Schülergruppen, die vor Unterrichtsbeginn draußen zusammenstehen, spielt das Thema Erfurt an diesem Morgen die zentrale Rolle. An den Eingangstüren hängt ein Brief des Direktors mit dem Hinweis auf eine Gedenkminute für die Opfer und ihre Hinterbliebenen in der ersten Stunde. An Gedenkwänden im Lehrerzimmer und im Foyer sollen alle ihre Sorgen und Gedanken schriftlich mitteilen. In einer 10. Klasse folgt nach der Minute des Schweigens ein Gespräch.

„Solche Dinge waren für mich immer in weiter Ferner, zum Beispiel in amerika. Und jetzt passiert so etwas in Deutschland”, meint Ina ratlos. Für die meisten ist es nicht vorstellbar, dass ein Schüler fast ein Viertel der Lehrer umbringt.

Neben der Trauer und dem Entsetzen bestimmt seither die Suche nach den Ursachen die Diskussion in Deutschland. Die Politik sucht nach Möglichkeiten, wie solche Gewalttaten in Zukunft zu verhindern sind. Zentrale Themen sind dabei sowohl die Gewalt in den Medien, vor allem im Fensehen, als auch in den Computerspielen. Ebenso wichtig sind das Gesetz über den Besitz von Schußwaffen sowie die Situation an den Schulen, was Leistungsdruck und mangelnde psychologische Betreuung betrifft.

Manche wollen dieses Ereignis auch gar nicht so nah an sich heranlassen. Bei der Forschung nach den Ursachen gehen die Meinungen unter den 16-Jährigen auseinander. Einige verweisen auf Szenen mit Gewalt in Videospielen oder in den Medien, andere fordern noch strengere Waffengesetze. „Ich finde solche Reaktionen, wie sie auch von Politikern kommen, zu oberflächlich. Wir müssen uns doch mehr Gedanken darüber machen, woher so ein Hass kommen kann”, sagt Peter. Für seine Mitschülerin Lena spielen Leistungsdruck und Demütigung dabei eine große Rolle. Das Abitur habe einen unheimlich hohen Stellenwert. Wer es nicht schafft, werde schnell als Versager charakterisiert.

„Wir brauchen einfach jemanden in der Schule, mit dem wir auch über private Dinge reden können”, meint Judith in der Klasse 8. Sicherheitsmaßnahmen mit Ausweiskontrollen und Videoüberwachung nach amerikanischem Vorbild lehnen die meisten Schüler ab.

 

  1. Begründung des Umarbeitungsverfahrens

Anhand der Kriterien von Theisen ist der Versuch unternommen worden, einen neuen, freundlichen Hörtext zu erstellen. Titel und Textanfang sind unverändert geblieben, da ihre Formulierung das Interesse der Hörer weckt.

Die Reihenfolge der Absätze wurde geändert, damit der Text in einem besseren Zusammenhang kommt.

Einige zusammengesetzte Wörter wurden getrennt oder sogar geändert um den Verständigungsgrad des Textes zu vereinfachen, andere widerum beibehalten, dfamit der Text dem Mittelstufenniveau entspricht.

Hier werden einige Beispiele gegeben:

[des Lehrerkollegiums → der Lehrer]

[Ursachenforschung → Forschung nach den Ursachen]

[Gewaltdarstellung → Szenen mit Gewalt]     [Abi → Abitur]

[Ansprechpartner → jemanden]                       [abgestempelt → charakterisiert]

In punkto „Länge” wurde der Text gekürzt. Nicht nur ganze Sätze, sondern auch ganze Absätze wurden ausgelassen, weil sie keine besondere Information enthalten, die für das Verständnis des Textes wichtig wären.

Grammatikalisch wurde im Text nur an einer Stelle eingegriffen. Das Ende des vorletzten Absatzes wurde durch Konjunktiv I-Form in die indirekte Rede umgeformt, da solche Formen in der Mittelstufe einerseits bekannt sein sollten und andererseits verlangt werden. Weitere Änderungen wurden nicht als notwendig gehalten.

Syntaktische Änderungen wurden im 4. Absatz vorgenommen, die sowohl Sätze als auch Konnektoren betreffen.

Was die Aussprache des Textes angeht, so sollte er von Muttersprachlern gesprochen werden, da sicherlich erwartet wird, dass Sprechpausen an den richtigen Stellen gehalten werden und wichtige Hauptaussagen des Textes korrekt betont werden.

Das Vortragstempo sollte dem Prüfungsniveau der Mittelstufe angemessen sein.

 

  1. Zusammenfassung

Nach Theisens Kriterien ist in dieser 2. Hausarbeit der Versuch unternommen worden, einen unfreundlichen Text in einen freundlichen Hörtext umzuwandeln, der in einem Jugendkurs eingesetzt werden soll, der kurz vor der Mittelstufenprüfung steht. Es wurden dabei alle theoretischen Aspekte berücksichtigt.

Der fremdsprachliche Unterricht „Deutsch” ist in den letzten Jahren enorm geändert worden. Im Rahmen des DACH-Verfahrens der Kultusministerien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sind neue Kriterien, vor allem im Prüfungsteil „Hörverstehen” eingesetzt worden. Dies bedeutet, dass das sterile Standartdeutsch durch neue, reale sprachliche Elemente ersetzt worden ist. Der ausländische Lerner muss sich nun mit den sprachlichen Besonderheiten der drei Länder akustisch auseinandersetzen. Ihm müssen nun also außer dem einfachen „Guten Tag” auch die Begrüßungsformen „Servus” und „Grüezi” bekannt sein. Wenn man nun bedenkt, dass Hörtexte im Prüfungsteil „Hörverstehen” eingesetzt werden, die eine leichte Dialektfärbung haben oder gar umgangssprachliche Elemente beinhalten, die das Hörverstehen des ausländischen Hörers erschweren, so sollten nun diese Hörtexte „freundlich” sein. Es wäre eine Zumutung für den Lerner der deutschen Sprache, ihn mit einem Hörtext zu konfrontieren, der nach Theisens Kriterien als unfreundlich eingesetzt werden kann, und der z.B. im leicht schwäbischen Akzent zu hören ist.

Ich bin der Ansicht, dass gerade wegen dieser oben aufgeführten Aspekte freundliche Hörtexte nicht nur in der Grundstufe, sondern besonders auch in der Mittelstufe eingesetzt werden müssen, denn man muss ja seine Schüler beim Lernen motivieren. Wendet man unfreundliche Texte an, die sich zudem sprachlich an verschiedene regionelle Ausspracheformen richten, wie z.B. Schwäbisch, Sächsisch, Kölsch, Berlinerisch, dann kann es vorkommen, dass man seine Schüler bzw. Lerner dazu bringt, sich einer anderen Sprache zuzuwenden, die solche schwierigen Besonderheiten nicht aufweist.

Der Lehrer von heute steht vor der Aufgabe, seine Schüler mit der sprachlichen Wirklichkeit des deutschspachlichen Raumes zu konfrontieren. Da diese Wirklichkeit besondere sprachliche Schwierigkeiten hat, hat der Lehrer eigentlich keine andere Wahl als eben nur freundliche Hörtexte einzusetzen. Hierbei sollte schließlich ausdrücklich betont werden, dass man Nomenzusammensetzungen oder gehobenen Satzbau bei Hörtexten in der Mittelstufe auf jeden Fall einsetzen sollte.

 

  1. Literaturverzeichnis

Dahlhaus Barbara, (2001): Fertigkeit Hören. Berlin: Langenscheid.

Huneke Hans-Werner und Steinig Wolfgang, (2000): Deutsch als Fremdsprache. Eine Einführung. Berlin: Schmidt (Grundlagen der Germanistik, Band 34).

Storch Günther, (2001): Deutsch als Fremdpsrache. Eine Didaktik. Theoretische Grundlagen und praktische Unterrichtsgestaltung. Stuttgart: Fink.

Theisen Joachim, (2000) Sprachliche Fertigkeiten in der mündlichen Kommunikation. Hörverstehen. Band B. Patra: EAP

[1] Siehe Anhang S. I der vorliegenden Arbeit

[2] siehe im Anhang S I alle rosa markierten Wörter

[3] siehe im Anhang S. I alle mit gelb markierten Sätze

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